Erster Erfahrungsbericht von Andreas Grauli zum Haitieinsatz

11.02.2010 13:50 von Hans-Joachim Hirling

Am Mittwoch dem 27.01.2010 Abflug von Frankfurt über Philadelphia nach Santo Domingo Dominikanische Republik. Hier kamen er und weitere Kollegen mitten in der Nacht an und wurden in einer Pension untergebracht. Nach kurzer Nachtruhe ging es am nächsten Morgen dann mit einem Taxi zum Flughafen La Isabella und mit der UNHAS im Propellerflieger (40-Sitzer) nach Port-au-Prince (PaP) Haiti. Dort wurden sie dann vom SEEWA-Team 1 (Schnell-Einsatz-Einheit-Wasser-Ausland) abgeholt. Kurze Führung durch ihr Camp mit den ersten beiden TWAs (Trinkwasseraufbereitungsanlagen), dann ging es auch schon weiter nach Léogâne. 

In der schwer gezeichneten Region um die Stadt Léogâne  hat Grauli den Auftrag als Camp Manager den Aufbau und Betrieb eines Basiscamps sowie 2 TWA Anlagen (je 6000l/h) zu koordinieren. Vor Ort angekommen wurde er von Kollegen erwartet, die auch schon 3 Zelte aufgebaut hatten. Die Nachtunterkunft war gesichert.   

Im Camp Léogâne  bzw. am ca. 3 km entfernten Wasserplatz warten noch 2 TWAs, 16 Mastertents, 1 SG30, diverse Aggregate, 50 Sets Feldbetten, Schlafsäcke, Moskitodome, eine komplette Werkstattausstattung, die komplette Beleuchtung der Anlage und viele Kleinteile auf ihren Aufbau. 

Auszug aus dem Originalbericht von Andreas Grauli: 

Als die erste TWA komplett da war, ging's damit gleich raus zum „Wasserplatz" und der Aufbau ging los.

Da wir weit unter der Minimalbesetzung eines SEEWA-Teams sind und noch zusätzlich die TWAs ca. 3 km vom Camp weg sind, sind wir doch sehr eingeschränkt was die Leitung angeht. 

Wir sind:

1 Teamleader

1 Logistiker

1 Camp Manager

1 Laborant

2 Maschinisten (+1 leihweise von PaP) 

Als jeder die erste Woche komplett durchgekämpft hat, kamen ab Tag 8 die ersten Ermüdungserscheinungen und „Zwangspausen" mussten verhängt werden :-)

Eine weitere ungeschickte Sache ist die offizielle Ausgangssperre bei Dunkelheit, d.h. an den Anlagen kann max. bis 17:30 gearbeitet werden, um nach Rückbau und Heimfahrt ins Camp nicht in die Dunkelheit zu kommen.

Das Gelände das wir hier bezogen haben gehört der Gesellschaft New Mission, die dort eine Kirche sowie eine Missionsschule betrieben hat. Die Gebäude stehen noch, doch natürlich traut sich keiner in den Gebäuden zu schlafen. Hauptsächlich als Lagerräume werden sie momentan genutzt. 

Mittlerweile steht das Camp. Es werden jedoch täglich Verbesserungen vorgenommen und Abläufe optimiert. Auch die von allen erwarteten typisch deutschen „Platzregeln" sind in Arbeit :-) 

Es stehen jetzt (unsere Zelte): 2 eigene Mannschaftszelte, je 1 Zelt für Küche, Lager, Labor, Office, Dusche eigen und Dusche BaseCamp.

1 GTZ (Projekterkundung und Materialverteilung an die Bevölkerung)

2 Caritas (Medicals lokal, Materialverteilung, Projekterkundung Krankenhäuser etc.)

1 Arche Nova (..) 

Eigene Zelte mitgebracht haben:

2 Caritas (für humedica: Ärzte lokal)

5 NAVIS (Ärzte lokal und Touren in Zeltcamps und abgelegene Dörfer)

1 Intersos (IT)

2 TSF (Telekommunication sans frontieres) (Bereitstellung von Breitbandverbindungen für OCHA und kostenloses Telefonieren für Betroffene in den Zeltcamps)

3 CARE (Materialverteilung mit geplantem Zeltlagerhaus)

des Weiteren haben sich interessiert: Nehemia, Johanniter (derzeit auf dem Nachbargelände untergebracht) 

Auf dem Gelände sind auch Kubanische Ärzte, die schon vor uns hier waren mit ca. 8 Behandlungszelten + eigener Unterbringung. 

Das THW stellt für alle angeschlossenen Organisationen: Küche, Waschgelegenheit, Wasser, Dusche, Toiletten, Kühlmöglichkeit und Waschmaschinennutzung. 

Bilder: Andreas Grauli

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